Antibiotika behandeln bestimmte bakterielle Infektionen; Virostatika wirken jeweils nur gegen bestimmte Viren. Die richtige Auswahl hängt von Diagnose, Infektionsort, Schweregrad, Allergien, Organfunktion, Schwangerschaft, Wechselwirkungen, Resistenzlage, Testbefunden und oft vom Zeitpunkt des Therapiebeginns ab. Die Beispiele sind keine Selbstbehandlungs- oder Verordnungsempfehlung.
01 Amoxicillin · Antibiotikum
Ein Penicillin für ausgewählte bakterielle Infektionen, etwa je nach Diagnose im Hals-Nasen-Ohren- oder Atemwegsbereich. Eine Penicillinallergie, Hautausschlag, Durchfall und die lokale Resistenzlage müssen berücksichtigt werden. Bei Virusinfekten hilft Amoxicillin nicht.
02 Amoxicillin/Clavulansäure · Antibiotikum
Die Kombination erweitert die Wirkung gegen bestimmte Beta-Laktamase-bildende Bakterien. Sie ist nicht automatisch „stärker“ oder besser als Amoxicillin allein. Magen-Darm-Beschwerden, Leberrisiken und eine gezielte Indikation sind relevant.
03 Doxycyclin · Antibiotikum
Ein Tetracyclin für ausgewählte Atemwegs-, durch Zecken übertragene oder dermatologische Infektionen. Möglich sind Lichtempfindlichkeit und Reizung der Speiseröhre; Schwangerschaft, Alter und Wechselwirkungen erfordern besondere Prüfung.
04 Azithromycin · Antibiotikum
Ein Makrolid für bestimmte bakterielle Infektionen. Wegen zunehmender Resistenzen ist es kein pauschales Mittel für Atemwegsbeschwerden. Herzrhythmusrisiken und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln müssen geprüft werden.
05 Cefuroxim · Antibiotikum
Ein Cephalosporin, das bei ausgewählten bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Allergien, Nierenfunktion und Durchfallrisiken – einschließlich antibiotikaassoziierter Darmentzündung – gehören in die ärztliche Entscheidung.
06 Tamiflu® (Oseltamivir) · Virostatikum
Ein verschreibungspflichtiger Neuraminidasehemmer zur Behandlung oder Vorbeugung von Influenza A und B in geeigneten Fällen. Ein früher Beginn ist besonders wichtig. Oseltamivir hilft nicht gegen jede Erkältung und ersetzt keine Grippeimpfung.
07 Aciclovir · Virostatikum
Wirkt gegen Herpes-simplex- und Varizella-Zoster-Viren, beseitigt aber keine im Körper verbleibenden latenten Viren. Ein früher Beginn kann entscheidend sein; Nierenfunktion, Flüssigkeitshaushalt und eine angepasste Dosierung sind zu beachten.
08 Valaciclovir · Virostatikum
Eine oral besser verfügbare Vorstufe von Aciclovir, unter anderem bei Herpes und Gürtelrose. Nierenfunktion und Begleitmedikation beeinflussen die Dosierung; bei Anreicherung können auch neurologische Nebenwirkungen auftreten.
09 Paxlovid® (Nirmatrelvir/Ritonavir) · Virostatikum
Eine frühe COVID-19-Therapie für ausgewählte Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf. Ritonavir verursacht zahlreiche teils schwerwiegende Wechselwirkungen. Deshalb sind eine vollständige Medikamentenliste sowie Nieren- und Leberprüfung unverzichtbar.
10 Tenofovir · Virostatikum
Ein wichtiger Wirkstoff gegen HIV und chronische Hepatitis B. Bei HIV wird er in einer Kombinationstherapie eingesetzt. Dies ist eine fachärztlich begleitete Langzeitbehandlung mit Kontrollen unter anderem von Virusaktivität, Nierenfunktion und Knochengesundheit.